Fussball WM sei Dank: Der Ton "Ais" hat aufeinmal ungeahnte Popularität. Das "Ais" ist nämlich der von den Vuvuzelas produzierte Dauerton, welcher sich derzeit in alle Gehörgänge reinfräst.
Da "populär" aber nicht zwangsläufig auch "wohlklingend" heissen muss (die Kommentare reichen von "Nervensäge" bis "Hornissenschwarm") hier die Anleitung, wie und welche Frequenzen man raus filtern muss, um einen erträglichen TV Genuss zu bekommen, Vorher-Nachher-Vergleich inklusive: Vuvuzela-Filter.
Nun, was für mich im Musikstudio täglich Brot ist (nämlich per Filter und Equalizer Unerwünschtes raus zu pfriemeln), das dürfte für die Mehrheit aber nur bedingt gelten. Die Möglichkeiten sind da eher beschränkt.
Doch vielleicht ändert sich das nun. Womöglich sieht sich mancher Hörgeräte Akustiker oder Fernseher Verkäufer derzeit mit völlig neuen Fragen konfrontiert: "Lassen sich 233, 466, 932 und 1864 Hertz bei diesem Gerät steilflankig filtern"?
Mittwoch, 16. Juni 2010
Montag, 31. Mai 2010
Gaga in Oslo
Der Eurovision Song Contest (früher: Grand Prix d'Eurovision de la Chanson) war ja noch nie dafür bekannt, künstlerisch Epochales zu präsentieren (von einigen Ausnahmen wie Abba mal abgesehen). Aber was dieses Wochenende in Oslo geschah, dazu fällt mir, in Anlehnung an Reich Ranickis legendärer Medienschelte, nur noch ein: "Unerträglich".
Nein, es geht nicht um "Sie". Lena schlägt sich in Anbetracht des Hypes wirklich gut. Es geht um den medialen Widerhall. Denn, nüchtern betrachtet, was ist passiert? Ein ziemlich junges Mädchen mit ziemlich durchschnittlichem Gesangstalent singt ein ziemlich belangloses Liedchen. Und das hat sie noch nicht mal selber geschrieben, sondern ist auch nur das Ergebnis einer Casting Show.
Und sie gewinnt damit. Was nun folgt, ist ein Medien-Tamtam ohnegleichen: "Deutschland verzaubert", "Europa liegt Ihr zu Füssen", TV Sondersendungen, Aufmacher selbst in der hochseriösen Tagesschau, und jeder Radiosender scheint nur noch eine einzige Vokabel stammeln zu können: Lena.
Hab ich was verpasst? Belanglosigkeit mal Girlie-Faktor = Zeitgeist? Da halte ich es lieber mit Lady Gaga. Da ist der Name wenigstens Programm. Und (nicht nur) deswegen mit weitaus mehr Gehalt.
Nein, es geht nicht um "Sie". Lena schlägt sich in Anbetracht des Hypes wirklich gut. Es geht um den medialen Widerhall. Denn, nüchtern betrachtet, was ist passiert? Ein ziemlich junges Mädchen mit ziemlich durchschnittlichem Gesangstalent singt ein ziemlich belangloses Liedchen. Und das hat sie noch nicht mal selber geschrieben, sondern ist auch nur das Ergebnis einer Casting Show.
Und sie gewinnt damit. Was nun folgt, ist ein Medien-Tamtam ohnegleichen: "Deutschland verzaubert", "Europa liegt Ihr zu Füssen", TV Sondersendungen, Aufmacher selbst in der hochseriösen Tagesschau, und jeder Radiosender scheint nur noch eine einzige Vokabel stammeln zu können: Lena.
Hab ich was verpasst? Belanglosigkeit mal Girlie-Faktor = Zeitgeist? Da halte ich es lieber mit Lady Gaga. Da ist der Name wenigstens Programm. Und (nicht nur) deswegen mit weitaus mehr Gehalt.
Dienstag, 4. August 2009
SPD und GEMA
Wahlkampfzeit. Und dass die SPD langsam mal kreativ werden muss, klar. Die klassische Klientel (der "Arbeiter") stirbt langsam aus, und andere Politikfelder haben die anderen Parteien längst besetzt: Die Grünen das Thema Umwelt, Soziales und Ökologie, den Kapitalismus verwaltet die CDU allemal besser, und wer links denkt, wählt sowieso links.
Also werden wir eben kreativ, wird man sich da in der SPD Zentrale gedacht haben. Ein "Kreativpakt" muss her. Schulterschluss mit Kreativen, Musikern und Kulturschaffenden - das hat doch bei den Amis, Obama lässt grüsssen, schon prima geklappt. Paul van Dyk als Support. Oder so ähnlich.
Aber auch das macht aus einem Steinmeier noch keinen Obama. Immerhin, im Zuge dieses "Kreativpaktes" hat die SPD auch das Thema GEMA entdeckt - Zitat: "Ein Kreativpakt muss eine Reformierung der Verwertungs- und Produzentengesellschaften beinhalten....." (So zu lesen im Vorwärts).
GEMA als (SPD) Wahlkampfthema? Da sei an dieser Stelle nochmal erinnert: Bereits seit Mai läuft eine entsprechende Petition - Zitat:
"Der Deutsche Bundestag möge beschließen.....dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird....".
(Quelle: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=4517)
Na bitte, endlich. Nur: Wieso "überprüfen"?
Also werden wir eben kreativ, wird man sich da in der SPD Zentrale gedacht haben. Ein "Kreativpakt" muss her. Schulterschluss mit Kreativen, Musikern und Kulturschaffenden - das hat doch bei den Amis, Obama lässt grüsssen, schon prima geklappt. Paul van Dyk als Support. Oder so ähnlich.
Aber auch das macht aus einem Steinmeier noch keinen Obama. Immerhin, im Zuge dieses "Kreativpaktes" hat die SPD auch das Thema GEMA entdeckt - Zitat: "Ein Kreativpakt muss eine Reformierung der Verwertungs- und Produzentengesellschaften beinhalten....." (So zu lesen im Vorwärts).
GEMA als (SPD) Wahlkampfthema? Da sei an dieser Stelle nochmal erinnert: Bereits seit Mai läuft eine entsprechende Petition - Zitat:
"Der Deutsche Bundestag möge beschließen.....dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird....".
(Quelle: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=4517)
Na bitte, endlich. Nur: Wieso "überprüfen"?
Donnerstag, 2. April 2009
Win Win in Peking
Kein Aprilscherz, was da gestern verlautete: YouTube sperrt Musikclips für deutsche Nutzer aufgrund von Meinungsdifferenzen mit der GEMA. Grund, wie solls auch anders sein, das liebe Geld. Die GEMA will mehr Geld bzw. genaue Auskunft über die Streams für jedes Musikvideo - und YouTube mag nicht mehr bezahlen bzw. sich nicht in die Karten gucken lassen.
Aber lassen wir das. Denn interessanter als diese gestrige Meldung (Medienrummel inklusive - selbst die Tagesschau berichtete) finde ich, dass YouTube erst ein paar Tage zuvor auch in China gesperrt war. Diesmal allerdings waren es die chinesischen Oberen, die den Hahn abdrehten. Über Gründe darf spekuliert werden; denn dass in China nicht gerade zimperlich mit der Meinungsfreiheit umgegangen wird, ist ja nichts Neues.
Interessant deshalb, weil Google (zu Erinnerung: YouTube gehört Google) bereits seit einiger Zeit kostenlos und legal Musik per Download in China anbietet. Wohlgemerkt: Download, nicht Streaming! Dies mit der Absicht, den gigantischen Markt in China zu erobern. Und da man auch bei Google weiss, wie Märkte am besten zu erobern sind (nämlich über die Jugend), wird eben geködert mit dem, was am besten ankommt: Musik. Das ganze also eine Art Super-Agreement zwischen Google, chinesischer Regierung sowie den Plattenfirmen. Geld soll über Werbung und Anzeigen reinkommen. Sozusagen gedacht als "Win-Win" Situation für die Beteiligten. Eine Win-Win Situation freilich von Pekings Gnaden, versteht sich.
Wer übrigens jetzt meint, hier aus Deutschland mal eben legal und kostenlos ein paar Musikdownloads in China zu tätigen: Fehlanzeige! IPs werden entsprechend lokalisiert und blockiert. Es lebe das freie Internet.
Aber lassen wir das. Denn interessanter als diese gestrige Meldung (Medienrummel inklusive - selbst die Tagesschau berichtete) finde ich, dass YouTube erst ein paar Tage zuvor auch in China gesperrt war. Diesmal allerdings waren es die chinesischen Oberen, die den Hahn abdrehten. Über Gründe darf spekuliert werden; denn dass in China nicht gerade zimperlich mit der Meinungsfreiheit umgegangen wird, ist ja nichts Neues.
Interessant deshalb, weil Google (zu Erinnerung: YouTube gehört Google) bereits seit einiger Zeit kostenlos und legal Musik per Download in China anbietet. Wohlgemerkt: Download, nicht Streaming! Dies mit der Absicht, den gigantischen Markt in China zu erobern. Und da man auch bei Google weiss, wie Märkte am besten zu erobern sind (nämlich über die Jugend), wird eben geködert mit dem, was am besten ankommt: Musik. Das ganze also eine Art Super-Agreement zwischen Google, chinesischer Regierung sowie den Plattenfirmen. Geld soll über Werbung und Anzeigen reinkommen. Sozusagen gedacht als "Win-Win" Situation für die Beteiligten. Eine Win-Win Situation freilich von Pekings Gnaden, versteht sich.
Wer übrigens jetzt meint, hier aus Deutschland mal eben legal und kostenlos ein paar Musikdownloads in China zu tätigen: Fehlanzeige! IPs werden entsprechend lokalisiert und blockiert. Es lebe das freie Internet.
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