Sonntag, 26. Februar 2012
YouTube vs. Gema
Dass sich GEMA und YouTube schon seit längerem nicht besonders mögen, ist bekannt. Worum es genau geht, und dass die Sachlage nicht so einfach ist - das weniger. Nun hat der Spiegel eine gute Übersicht über den Konflikt zwischen der Gema und YouTube zusammengestellt: Hier gehts lang. Über Musikvideos, Rechteverwertung, Bezahlmodelle, GEMA Tarife und Gebühren - oder: was Sie schon immer über "schwarz sehen" wissen wollten.
Montag, 5. September 2011
Return of the 303
Vodafone mochte ich schon immer. Wegen der Werbesongs. Stets geschmackssicher, und vor allem, das darf stark vermutet werden, voll ins Schwarze, was die Zielgruppe angeht. Nach den Dandy Warhols (erinnert sich noch wer an "How are You?") und Empire of the Sun ("We are the People") nun also die Bag Raiders. Seit geraumer Zeit schon schmeichelt sich dieser äusserst charmante Pop-Electro-Dance-Crossover in die Ohren.
Und damit auch die Roland TB 303. Denn die 303 Acid-Line, die dem Song erst den richtigen Pfeffer gibt, ist sicher das bemerkenswerteste Feature an "Way Back Home". Sowas von Retro, dass es schon wieder richtig rockt. Und daher Pflicht, den ganzen Titel hören.
Die Roland TB 303 erlebte Ihre Hochzeiten in den 90ern. Ohne sie ging nichts, und mit ihr ging alles, was nur irgendwie nach Dancefloor roch. Dabei war der kleine silberne Plastikkasten eigentlich gar nicht dafür konzipiert worden. Roland wollte zum Zeitpunkt des Erscheinens 1982 die TB 303 als kleinen Bass-Synthesizer unters musizierende Volk bringen. Was erst nicht funktionierte, weil klassische Band Bassisten damit nichts anfangen konnten. Ich selbst hatte das Vergnügen, sie damals einem Indie-Bassisten für´n Appel und ein Ei abzukaufen, weil er damit keinen "richtigen Bass" machen konnte. Frustriert stellte Roland daher 1984 die Produktion wieder ein.
Die eigentliche Geschichte begann erst, als Techno-Szene und Deskop-Music-Producer den Kasten Anfang der 90er (wieder-) entdeckten. Es folgte ein unglaublicher Siegeszug der 303. Auf dem Gebrauchtmarkt wurden wahre Mondpreise dafür bezahlt; denn sie wurde ja nicht mehr hergestellt. So mancher bis dato notorisch erfolglose Rock-Bassist dürfte in dieser Zeit damit locker sein Auto finanziert haben. Klassischer Fall eines Flops, der erst im Nachhinein zur Legende wurde. Es gibt wohl nur wenige Instrumente, die derart Stil-bildend für ein ganzes Musik-Genre sind. Was die E-Gitarre auf der Bühne der Rockmusik, das war die 303 für die Clubs.
Und nun also das. The Return of the 303. Oder: Werbung auf Acid.
Ob nun echt, oder als Sound aus einer der zahllosen Software Clons, die es heute inzwischen gibt, ist dabei völlig egal. Diese Acid Line rockt. Und eigentlich war die 303 auch nie tot.
Und damit auch die Roland TB 303. Denn die 303 Acid-Line, die dem Song erst den richtigen Pfeffer gibt, ist sicher das bemerkenswerteste Feature an "Way Back Home". Sowas von Retro, dass es schon wieder richtig rockt. Und daher Pflicht, den ganzen Titel hören.
Die Roland TB 303 erlebte Ihre Hochzeiten in den 90ern. Ohne sie ging nichts, und mit ihr ging alles, was nur irgendwie nach Dancefloor roch. Dabei war der kleine silberne Plastikkasten eigentlich gar nicht dafür konzipiert worden. Roland wollte zum Zeitpunkt des Erscheinens 1982 die TB 303 als kleinen Bass-Synthesizer unters musizierende Volk bringen. Was erst nicht funktionierte, weil klassische Band Bassisten damit nichts anfangen konnten. Ich selbst hatte das Vergnügen, sie damals einem Indie-Bassisten für´n Appel und ein Ei abzukaufen, weil er damit keinen "richtigen Bass" machen konnte. Frustriert stellte Roland daher 1984 die Produktion wieder ein.
Die eigentliche Geschichte begann erst, als Techno-Szene und Deskop-Music-Producer den Kasten Anfang der 90er (wieder-) entdeckten. Es folgte ein unglaublicher Siegeszug der 303. Auf dem Gebrauchtmarkt wurden wahre Mondpreise dafür bezahlt; denn sie wurde ja nicht mehr hergestellt. So mancher bis dato notorisch erfolglose Rock-Bassist dürfte in dieser Zeit damit locker sein Auto finanziert haben. Klassischer Fall eines Flops, der erst im Nachhinein zur Legende wurde. Es gibt wohl nur wenige Instrumente, die derart Stil-bildend für ein ganzes Musik-Genre sind. Was die E-Gitarre auf der Bühne der Rockmusik, das war die 303 für die Clubs.
Und nun also das. The Return of the 303. Oder: Werbung auf Acid.
Ob nun echt, oder als Sound aus einer der zahllosen Software Clons, die es heute inzwischen gibt, ist dabei völlig egal. Diese Acid Line rockt. Und eigentlich war die 303 auch nie tot.
Mittwoch, 2. März 2011
Von Samples - oder: die verflixte Sache mit dem Eigentum
Was für eine Steilvorlage! Dass unser Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg auch hier in einem Musikblog (s)eine Würdigung erfahren soll, ist gar nicht so weit herbeigeholt. Ein Zitat in einer Doktorarbeit ist schliesslich auch nichts anderes als ein Sample.
Nun hat "das Sample" in der jüngeren Musikkultur einen weitaus populäreren Stellenwert als das Zitat in einer schriftlichen Arbeit. Die Anfänge der Hiphop-Kultur, ja die ganze jüngere elektronische Musik- und Clubkultur wäre ohne Samples nicht denkbar. Wohlgemerkt: Das Sample, nicht die ungefragte Nutzung dessen. Was also die Fussnote in einem Text, das ist der Deal im Musikbusiness. Und der gereicht im Idealfall zum Vorteil beider Seiten, man denke nur an den Welthit "Hung up" von Madonna mit dem recycelten Abba Zitat. Was die in den 60ern aufgestellte These von McLuhan "Das Medium ist die Botschaft" (1) überraschend aktuell macht: Ein aus dem Autoradio trällernder Song ist nunmal leichter konsumierbar als 100 Seiten Bleiwüste in einem staubigem Bibliotheksarchiv.
Nun soll hier aber nicht die x-te Spekulation fortgeführt werden, warum der Ex-Lieblingspolitiker der Union Samples verwendet hat, wie er sie nunmal verwendet hat. Oder ob gefühlte 70% aller Doktortitel nur deshalb gemacht/erschummelt/gekauft/ge-ghostwritet werden, um im kleinpiefeligen Rennen um die besten Plätze in unserer Ellbogen-Gesellschaft mitzuhalten. Vielmehr wäre dies ein Anlass, um über den Begriff des "Urheberrechts" grundsätzlich nachzudenken. Bezeichnenderweise wird dieser Begriff fast immer synonym verwendet mit dem Rechts-Konstrukt des "geistigen Eigentums". In der aktuellen Diskussion wird dieses Konstrukt aber kaum hinterfragt. Du sollst nicht abschreiben. Punkt. Eine Norm, in Stein gehauen für die Ewigkeit.
Wirklich?
Ja - solange gesamtgesellschaftliche Parameter nicht hinterfragt werden, die da lauten: Privateigentum, Profitmaximierung und individuelles Gewinnstreben.
Nein - wenn man sich eine Gesellschafts- und Wirtschaftsform vorstellt, deren Primat tatsächlich das Gemeinwohl ist. Da würde nämlich das Konstrukt vom "geistigen Eigentum" ungefähr soviel Sinn machen wie das sprichwörtliche fünfte Rad am Wagen. Eigentum bzw. das hieraus abgeleitete Verwertungsrecht an einer schöpferischen oder geistigen Leistung macht ja nur Sinn, wenn etwas hinterher versilbert werden soll.
Im übrigen schafft das www selbst längst Tatsachen, die erst im Nachlauf diskutiert werden. Als ein einziges gigantisches Mash-Up von Verweisen ist das Web die "Verweis-Kultur" per se. Für alle zugänglich, für alle anklickbar. Der Begriff der "Autorschaft" wird da sehr relativ. Nicht umsonst heisst der entsprechende HTML Tag auch "hyper reference".
Achtung! Fussnote! Ohne Link!
(1) Marshall McLuhan, The Medium is the Massage: An Inventory of Effects with Quentin Fiore, produced by Jerome Agel; 1st Ed.: Random House, 1967; reissued by Gingko Press, 2001
Nun hat "das Sample" in der jüngeren Musikkultur einen weitaus populäreren Stellenwert als das Zitat in einer schriftlichen Arbeit. Die Anfänge der Hiphop-Kultur, ja die ganze jüngere elektronische Musik- und Clubkultur wäre ohne Samples nicht denkbar. Wohlgemerkt: Das Sample, nicht die ungefragte Nutzung dessen. Was also die Fussnote in einem Text, das ist der Deal im Musikbusiness. Und der gereicht im Idealfall zum Vorteil beider Seiten, man denke nur an den Welthit "Hung up" von Madonna mit dem recycelten Abba Zitat. Was die in den 60ern aufgestellte These von McLuhan "Das Medium ist die Botschaft" (1) überraschend aktuell macht: Ein aus dem Autoradio trällernder Song ist nunmal leichter konsumierbar als 100 Seiten Bleiwüste in einem staubigem Bibliotheksarchiv.
Nun soll hier aber nicht die x-te Spekulation fortgeführt werden, warum der Ex-Lieblingspolitiker der Union Samples verwendet hat, wie er sie nunmal verwendet hat. Oder ob gefühlte 70% aller Doktortitel nur deshalb gemacht/erschummelt/gekauft/ge-ghostwritet werden, um im kleinpiefeligen Rennen um die besten Plätze in unserer Ellbogen-Gesellschaft mitzuhalten. Vielmehr wäre dies ein Anlass, um über den Begriff des "Urheberrechts" grundsätzlich nachzudenken. Bezeichnenderweise wird dieser Begriff fast immer synonym verwendet mit dem Rechts-Konstrukt des "geistigen Eigentums". In der aktuellen Diskussion wird dieses Konstrukt aber kaum hinterfragt. Du sollst nicht abschreiben. Punkt. Eine Norm, in Stein gehauen für die Ewigkeit.
Wirklich?
Ja - solange gesamtgesellschaftliche Parameter nicht hinterfragt werden, die da lauten: Privateigentum, Profitmaximierung und individuelles Gewinnstreben.
Nein - wenn man sich eine Gesellschafts- und Wirtschaftsform vorstellt, deren Primat tatsächlich das Gemeinwohl ist. Da würde nämlich das Konstrukt vom "geistigen Eigentum" ungefähr soviel Sinn machen wie das sprichwörtliche fünfte Rad am Wagen. Eigentum bzw. das hieraus abgeleitete Verwertungsrecht an einer schöpferischen oder geistigen Leistung macht ja nur Sinn, wenn etwas hinterher versilbert werden soll.
Im übrigen schafft das www selbst längst Tatsachen, die erst im Nachlauf diskutiert werden. Als ein einziges gigantisches Mash-Up von Verweisen ist das Web die "Verweis-Kultur" per se. Für alle zugänglich, für alle anklickbar. Der Begriff der "Autorschaft" wird da sehr relativ. Nicht umsonst heisst der entsprechende HTML Tag auch "hyper reference".
Achtung! Fussnote! Ohne Link!
(1) Marshall McLuhan, The Medium is the Massage: An Inventory of Effects with Quentin Fiore, produced by Jerome Agel; 1st Ed.: Random House, 1967; reissued by Gingko Press, 2001
Montag, 9. August 2010
iPhone rockt!
Erst dachte ich ja: Wieder so ein Ding (neudeutsch: App), was die Welt nicht braucht. Jetzt also das iPhone als Gitarren Verstärker; iRig machts möglich.
Aber beim Betrachten des Video (Richard Fortus von Guns´n Roses zeigt wie es klingt) dann doch ein leises Schmunzeln. Neckisch. Dass das AmpliTube iRig von IK Multimedia nicht klingt wie ein Marshall Amp, geschenkt. Die App ist ja auch nur eine kleine Spielerei. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und da die Basic Version auch noch kostenlos ist, gibts da nix zu meckern. Fürs schnelle Üben zwischendurch reichts allemal.
Aber beim Betrachten des Video (Richard Fortus von Guns´n Roses zeigt wie es klingt) dann doch ein leises Schmunzeln. Neckisch. Dass das AmpliTube iRig von IK Multimedia nicht klingt wie ein Marshall Amp, geschenkt. Die App ist ja auch nur eine kleine Spielerei. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und da die Basic Version auch noch kostenlos ist, gibts da nix zu meckern. Fürs schnelle Üben zwischendurch reichts allemal.
Mittwoch, 16. Juni 2010
Ais, aber bitte gefiltert
Fussball WM sei Dank: Der Ton "Ais" hat aufeinmal ungeahnte Popularität. Das "Ais" ist nämlich der von den Vuvuzelas produzierte Dauerton, welcher sich derzeit in alle Gehörgänge reinfräst.
Da "populär" aber nicht zwangsläufig auch "wohlklingend" heissen muss (die Kommentare reichen von "Nervensäge" bis "Hornissenschwarm") hier die Anleitung, wie und welche Frequenzen man raus filtern muss, um einen erträglichen TV Genuss zu bekommen, Vorher-Nachher-Vergleich inklusive: Vuvuzela-Filter.
Nun, was für mich im Musikstudio täglich Brot ist (nämlich per Filter und Equalizer Unerwünschtes raus zu pfriemeln), das dürfte für die Mehrheit aber nur bedingt gelten. Die Möglichkeiten sind da eher beschränkt.
Doch vielleicht ändert sich das nun. Womöglich sieht sich mancher Hörgeräte Akustiker oder Fernseher Verkäufer derzeit mit völlig neuen Fragen konfrontiert: "Lassen sich 233, 466, 932 und 1864 Hertz bei diesem Gerät steilflankig filtern"?
Da "populär" aber nicht zwangsläufig auch "wohlklingend" heissen muss (die Kommentare reichen von "Nervensäge" bis "Hornissenschwarm") hier die Anleitung, wie und welche Frequenzen man raus filtern muss, um einen erträglichen TV Genuss zu bekommen, Vorher-Nachher-Vergleich inklusive: Vuvuzela-Filter.
Nun, was für mich im Musikstudio täglich Brot ist (nämlich per Filter und Equalizer Unerwünschtes raus zu pfriemeln), das dürfte für die Mehrheit aber nur bedingt gelten. Die Möglichkeiten sind da eher beschränkt.
Doch vielleicht ändert sich das nun. Womöglich sieht sich mancher Hörgeräte Akustiker oder Fernseher Verkäufer derzeit mit völlig neuen Fragen konfrontiert: "Lassen sich 233, 466, 932 und 1864 Hertz bei diesem Gerät steilflankig filtern"?
Montag, 31. Mai 2010
Gaga in Oslo
Der Eurovision Song Contest (früher: Grand Prix d'Eurovision de la Chanson) war ja noch nie dafür bekannt, künstlerisch Epochales zu präsentieren (von einigen Ausnahmen wie Abba mal abgesehen). Aber was dieses Wochenende in Oslo geschah, dazu fällt mir, in Anlehnung an Reich Ranickis legendärer Medienschelte, nur noch ein: "Unerträglich".
Nein, es geht nicht um "Sie". Lena schlägt sich in Anbetracht des Hypes wirklich gut. Es geht um den medialen Widerhall. Denn, nüchtern betrachtet, was ist passiert? Ein ziemlich junges Mädchen mit ziemlich durchschnittlichem Gesangstalent singt ein ziemlich belangloses Liedchen. Und das hat sie noch nicht mal selber geschrieben, sondern ist auch nur das Ergebnis einer Casting Show.
Und sie gewinnt damit. Was nun folgt, ist ein Medien-Tamtam ohnegleichen: "Deutschland verzaubert", "Europa liegt Ihr zu Füssen", TV Sondersendungen, Aufmacher selbst in der hochseriösen Tagesschau, und jeder Radiosender scheint nur noch eine einzige Vokabel stammeln zu können: Lena.
Hab ich was verpasst? Belanglosigkeit mal Girlie-Faktor = Zeitgeist? Da halte ich es lieber mit Lady Gaga. Da ist der Name wenigstens Programm. Und (nicht nur) deswegen mit weitaus mehr Gehalt.
Nein, es geht nicht um "Sie". Lena schlägt sich in Anbetracht des Hypes wirklich gut. Es geht um den medialen Widerhall. Denn, nüchtern betrachtet, was ist passiert? Ein ziemlich junges Mädchen mit ziemlich durchschnittlichem Gesangstalent singt ein ziemlich belangloses Liedchen. Und das hat sie noch nicht mal selber geschrieben, sondern ist auch nur das Ergebnis einer Casting Show.
Und sie gewinnt damit. Was nun folgt, ist ein Medien-Tamtam ohnegleichen: "Deutschland verzaubert", "Europa liegt Ihr zu Füssen", TV Sondersendungen, Aufmacher selbst in der hochseriösen Tagesschau, und jeder Radiosender scheint nur noch eine einzige Vokabel stammeln zu können: Lena.
Hab ich was verpasst? Belanglosigkeit mal Girlie-Faktor = Zeitgeist? Da halte ich es lieber mit Lady Gaga. Da ist der Name wenigstens Programm. Und (nicht nur) deswegen mit weitaus mehr Gehalt.
Dienstag, 4. August 2009
SPD und GEMA
Wahlkampfzeit. Und dass die SPD langsam mal kreativ werden muss, klar. Die klassische Klientel (der "Arbeiter") stirbt langsam aus, und andere Politikfelder haben die anderen Parteien längst besetzt: Die Grünen das Thema Umwelt, Soziales und Ökologie, den Kapitalismus verwaltet die CDU allemal besser, und wer links denkt, wählt sowieso links.
Also werden wir eben kreativ, wird man sich da in der SPD Zentrale gedacht haben. Ein "Kreativpakt" muss her. Schulterschluss mit Kreativen, Musikern und Kulturschaffenden - das hat doch bei den Amis, Obama lässt grüsssen, schon prima geklappt. Paul van Dyk als Support. Oder so ähnlich.
Aber auch das macht aus einem Steinmeier noch keinen Obama. Immerhin, im Zuge dieses "Kreativpaktes" hat die SPD auch das Thema GEMA entdeckt - Zitat: "Ein Kreativpakt muss eine Reformierung der Verwertungs- und Produzentengesellschaften beinhalten....." (So zu lesen im Vorwärts).
GEMA als (SPD) Wahlkampfthema? Da sei an dieser Stelle nochmal erinnert: Bereits seit Mai läuft eine entsprechende Petition - Zitat:
"Der Deutsche Bundestag möge beschließen.....dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird....".
(Quelle: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=4517)
Na bitte, endlich. Nur: Wieso "überprüfen"?
Also werden wir eben kreativ, wird man sich da in der SPD Zentrale gedacht haben. Ein "Kreativpakt" muss her. Schulterschluss mit Kreativen, Musikern und Kulturschaffenden - das hat doch bei den Amis, Obama lässt grüsssen, schon prima geklappt. Paul van Dyk als Support. Oder so ähnlich.
Aber auch das macht aus einem Steinmeier noch keinen Obama. Immerhin, im Zuge dieses "Kreativpaktes" hat die SPD auch das Thema GEMA entdeckt - Zitat: "Ein Kreativpakt muss eine Reformierung der Verwertungs- und Produzentengesellschaften beinhalten....." (So zu lesen im Vorwärts).
GEMA als (SPD) Wahlkampfthema? Da sei an dieser Stelle nochmal erinnert: Bereits seit Mai läuft eine entsprechende Petition - Zitat:
"Der Deutsche Bundestag möge beschließen.....dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird....".
(Quelle: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=4517)
Na bitte, endlich. Nur: Wieso "überprüfen"?
Donnerstag, 2. April 2009
Win Win in Peking
Kein Aprilscherz, was da gestern verlautete: YouTube sperrt Musikclips für deutsche Nutzer aufgrund von Meinungsdifferenzen mit der GEMA. Grund, wie solls auch anders sein, das liebe Geld. Die GEMA will mehr Geld bzw. genaue Auskunft über die Streams für jedes Musikvideo - und YouTube mag nicht mehr bezahlen bzw. sich nicht in die Karten gucken lassen.
Aber lassen wir das. Denn interessanter als diese gestrige Meldung (Medienrummel inklusive - selbst die Tagesschau berichtete) finde ich, dass YouTube erst ein paar Tage zuvor auch in China gesperrt war. Diesmal allerdings waren es die chinesischen Oberen, die den Hahn abdrehten. Über Gründe darf spekuliert werden; denn dass in China nicht gerade zimperlich mit der Meinungsfreiheit umgegangen wird, ist ja nichts Neues.
Interessant deshalb, weil Google (zu Erinnerung: YouTube gehört Google) bereits seit einiger Zeit kostenlos und legal Musik per Download in China anbietet. Wohlgemerkt: Download, nicht Streaming! Dies mit der Absicht, den gigantischen Markt in China zu erobern. Und da man auch bei Google weiss, wie Märkte am besten zu erobern sind (nämlich über die Jugend), wird eben geködert mit dem, was am besten ankommt: Musik. Das ganze also eine Art Super-Agreement zwischen Google, chinesischer Regierung sowie den Plattenfirmen. Geld soll über Werbung und Anzeigen reinkommen. Sozusagen gedacht als "Win-Win" Situation für die Beteiligten. Eine Win-Win Situation freilich von Pekings Gnaden, versteht sich.
Wer übrigens jetzt meint, hier aus Deutschland mal eben legal und kostenlos ein paar Musikdownloads in China zu tätigen: Fehlanzeige! IPs werden entsprechend lokalisiert und blockiert. Es lebe das freie Internet.
Aber lassen wir das. Denn interessanter als diese gestrige Meldung (Medienrummel inklusive - selbst die Tagesschau berichtete) finde ich, dass YouTube erst ein paar Tage zuvor auch in China gesperrt war. Diesmal allerdings waren es die chinesischen Oberen, die den Hahn abdrehten. Über Gründe darf spekuliert werden; denn dass in China nicht gerade zimperlich mit der Meinungsfreiheit umgegangen wird, ist ja nichts Neues.
Interessant deshalb, weil Google (zu Erinnerung: YouTube gehört Google) bereits seit einiger Zeit kostenlos und legal Musik per Download in China anbietet. Wohlgemerkt: Download, nicht Streaming! Dies mit der Absicht, den gigantischen Markt in China zu erobern. Und da man auch bei Google weiss, wie Märkte am besten zu erobern sind (nämlich über die Jugend), wird eben geködert mit dem, was am besten ankommt: Musik. Das ganze also eine Art Super-Agreement zwischen Google, chinesischer Regierung sowie den Plattenfirmen. Geld soll über Werbung und Anzeigen reinkommen. Sozusagen gedacht als "Win-Win" Situation für die Beteiligten. Eine Win-Win Situation freilich von Pekings Gnaden, versteht sich.
Wer übrigens jetzt meint, hier aus Deutschland mal eben legal und kostenlos ein paar Musikdownloads in China zu tätigen: Fehlanzeige! IPs werden entsprechend lokalisiert und blockiert. Es lebe das freie Internet.
Sonntag, 1. Februar 2009
Und nochmal: die GEMA
Auch der Feuilleton im hiesigen Regional Blatt hat die GEMA als kritikwürdiges Thema entdeckt: "Der Widerstand wächst".
Grosser Aufmacher, nachzulesen in der Südwest Presse, Ausgabe 24.01.2009. Dazu noch ein Interview mit der Organisatorin einer entsprechenden Petition ("Die echten Verlierer sind die Künstler") - ja, da spendier ich doch gleich einen Link. Bitte sehr:
Kulturwerkstatt Sonthofen
Grosser Aufmacher, nachzulesen in der Südwest Presse, Ausgabe 24.01.2009. Dazu noch ein Interview mit der Organisatorin einer entsprechenden Petition ("Die echten Verlierer sind die Künstler") - ja, da spendier ich doch gleich einen Link. Bitte sehr:
Kulturwerkstatt Sonthofen
Donnerstag, 1. Januar 2009
Weihnachtsgeschenk für Klingelton Produzenten
Was der BGH da kurz vor Weihnachten noch entschieden hat, dürfte Klingelton Produzenten freuen: Künftig brauchts für den Klingelton keine extra Abrechnung mehr mit Label oder Komponist. Der pauschale GEMA Obulus reicht.
Kling, Handy, klingelingeling.....
Kling, Handy, klingelingeling.....
Dienstag, 2. Dezember 2008
Tucholsky lebt
Bewerbungen im mp3 Format, wie in meiner Branche üblich, haben ja den Vorteil, dass es bisweilen auch Amüsantes zu hören gibt. Wie neulich: Die Bewerbung einer Sprecherin auf meinem Schreibti.... aus der Abhöre. Sich mit einem "aktuell zur Finanz-Krise passenden" Gedicht von Kurt Tucholsky vorzustellen - nette Idee. Dazu verrät mir die Website beste Referenzen aus Film, Funk und Fernsehen.
Amüsant, dass der Tucholsky aber keiner war. Wie schnell sich doch Geschichten und Geschichtchen im Web so verbreiten. Oder für was die gar benutzt werden.
Hab die Bewerbung trotzdem abgebunkert. Stimme gut, und der recycelte Tucholsky auch gut. Denn: Dürfen darf man alles - man muß es nur können. Auch Tucholsky.
Ausserdem hab ich jetzt begriffen, wie virales Marketing funktioniert.
Amüsant, dass der Tucholsky aber keiner war. Wie schnell sich doch Geschichten und Geschichtchen im Web so verbreiten. Oder für was die gar benutzt werden.
Hab die Bewerbung trotzdem abgebunkert. Stimme gut, und der recycelte Tucholsky auch gut. Denn: Dürfen darf man alles - man muß es nur können. Auch Tucholsky.
Ausserdem hab ich jetzt begriffen, wie virales Marketing funktioniert.
Montag, 27. Oktober 2008
Popkorn Kino vs. White Stripes
Eigentlich bin ich ja aus dem Alter raus, um an James Bond Filmen noch was zu finden. Ausnahme: Der neue Bond Streifen "Ein Quantum Trost". Um genau zu sein: Der Titelsong. "Another Way To Die" mit Alicia Keys und Jack White (genau, der von den White Stripes). Hochexplosive Mischung, das. Bitte mehr davon.
Dass Jack White darüberhinaus auch sauer sein soll, weil dieser Song zusätzlich, aber unabgesprochen, für Coca Cola Werbung läuft - schon klar. Wär mein Fall auch nicht. Weder geschüttelt noch gerührt.
Ins Kino werd´ ich aber trotzdem nicht gehen. Dann schon lieber "Another Way To Die". Ohne Cola und Popkorn.
Dass Jack White darüberhinaus auch sauer sein soll, weil dieser Song zusätzlich, aber unabgesprochen, für Coca Cola Werbung läuft - schon klar. Wär mein Fall auch nicht. Weder geschüttelt noch gerührt.
Ins Kino werd´ ich aber trotzdem nicht gehen. Dann schon lieber "Another Way To Die". Ohne Cola und Popkorn.
Montag, 20. Oktober 2008
Finanzen, Hypotheken, und andere Naturphänomene
So was aber auch. Banken Pleiten im Minutentakt, geplatzte Kredite galore, Finanzkrise weltweit, Kapital Vernichtung in unvorstellbaren Dimensionen. Willkommen in der Finanzkrise 2008.
Als Nicht-Finanz-Experte, dafür aber mit gesundem Menschenverstand ausgestattet, fällt mir erstmal Murphy's Law ein: Was schief gehen kann, geht schief. Ich darf also auch in einem Musik-Blog darüber schreiben.
Worum gehts? Die Überrraschung/das Entsetzen darüber, was bei Banken und Aktien Märkten derzeit abgeht. Im Allgemeinen. Und dass ich selbiges nicht wirklich nachvollziehen kann, mir im Besonderen. Zeigt sich doch nur: Ein System, das auf Raffgier beruht, ist nunmal per se raffgierig. Und das Ding heisst noch immer: Kapitalismus. Auch wenn viele meinen, dort das beschönigende Etikett "freie", oder gar "soziale Marktwirtschaft" draufpappen zu müssen. Aber Kapitalismus ohne Raffgier gibt es genausowenig wie ein bischen schwanger. Meint: Wenn zum Gegenstand von Finanzspekulationen mutiert, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit für jeden Menschen darstellen sollte (z.B.: ein Dach überm Kopf, Agrar-Erzeugnisse, oder sauberes Klima) - da darf über gesamtgesellschaftliche Eigentumsverhältnisse nachgedacht werden. Und bis dahin gilt weiter: auch wenn die gegenwärtige Krise irgendwie überwunden werden sollte - die nächste kommt bestimmt.
Kurz nachgedacht: Geld hat, im Gegensatz zu einer Ware (z.B. Immobilie, iPod, 1 Pfund Butter), keinen Wert an sich. Man kann es nicht essen, nicht drin wohnen, nicht anziehen, und auch sonst taugt es zu nichts. Es ist nur ein digitalisierter Datensatz vom Konto, oder, wem die Oldschool Definition lieber ist, ein Fetzen Papier, mit einer beliebig aufgedruckten symbolischen Zahl. Je mehr Nullen, desto besser. Es ist allein ein Versprechen, dass es soundsoviel "wert" sei. Und es entscheidet, wer auf diesem Planeten im Überfluss leben darf.
So weit, so fragwürdig. Der Punkt ist, dass der Wert eines Produktes in diesem "Geld" bemessen wird. Damit wird das Produkt zur Ware, und die hat dann ihren "Preis". Im Kommunismus war der Preis staatlich verordnet. Hat nicht funktioniert. Im Kapitalismus soll dieser sich regeln über "Angebot" und "Nachfrage". Treffer, ebenfalls versenkt. Ein hungernder Bauch in den Slums von Manila, Rio, Bombay, New York oder dem Sudan hat keine "Nachfrage", sondern Magenknurren.
Stattdessen: Thema "Geld" und "Versprechen". Gestatten, die Finanzkrise. Und Versprechen beruhen nunmal auf? Richtig, Vertrauen. Aber wie hatte doch Adorno schon formuliert: Es gibt kein wahres Leben im Falschen.
Es lebe also die Bank meines Vertrauens.
Viel spannender als das allgemein geheuchelte (oder auch reale) Entsetzen finde ich die Tatsache, dass, nachdem die kommunistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle bereits in den 90er Jahren ihren Löffel abgaben, nun der Kapitalismus selbst verhandelt wird. Mit der Verstaatlichung von Banken wird einer der zentralen Grundpfeiler der freien Marktwirtschaft schnell mal über Nacht entsorgt. Daran zeigt sich die Tragweite dessen, was gerade passiert; Ende offen.
Das derzeitige betroffen-aufgeregte Suchen nach Gründen ("wie konnte das überhaupt passieren?") kommt mir jedenfalls oft genug ideologisch überprägt daher. So werden als Ursache dieser weltweiten Finanzkrise gern die gefallenen Preise für Immobilien in den USA bemüht. Immobilien, welche die Baufinanzierer eigentlich als Sicherheit für Kredit Vergaben wähnten, verloren an Wert und wurden somit tickende Zeitbomben in den Bilanzen, als Eigenheim Besitzer und Bauherren aufgrund gestiegener Zinsen plötzlich die Hypotheken Raten nicht mehr zurückzahlen konnten. Diese Zeitbomben wurden dann auch noch weiter verramscht. Undsoweiter.
Soso.
Die Arbeitslosenzahlen steigen im Winter. Weil das Wetter schlecht ist.
??
Genau. Wenn Argumente ausgehen (oder erst gar nicht argumentiert werden soll), dann ist das heutzutage oft daran zu erkennen, dass das Wetter herhalten muss. Auch immer gut: einen pseudo-faktischen Kausalzusammenhang konstruieren. Hokuspokus, schon sind wir aus dem Schneider. Denn dafür kann ja keiner was. Vulkan xy ist ausgebrochen. Die Immobilienpreise sind gefallen. Im Winter ist das Wetter schlecht. Die Stimmung an der Börse ist so. Oder so. Oder überhaupt. Ist halt so.
Dabei wäre es interessanter, über Begründungszusammenhänge (Soziologen-Sprech: Legitimationen) zu reden. Denn Immobilien-Preise fallen nicht einfach "so". Genausowenig, wie Arbeitslosigkeit mit dem Wetter erklärbar ist. Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme sind keine faktischen (Natur-)Konstanten, sondern von Menschen gemacht und gewollt. Und als solche auch eingesetzt. Sei es per "demokratischer" Wahl, per Knüppel, oder es wird gleich als "göttliche Ordnung" verkauft...... Jedenfalls immer auch eine Legitimation dafür, wie Reichtum verteilt wird. Irgendwie muss ja plausibel gemacht werden, warum einige wenige viel haben, und viele andere wenig. Was dem einen seine Elendshütte, war dem anderen schon immer seine Residenz. Eine Binsenweisheit, so alt wie die Geschichte der Menschheit. Im Mittelalter hiess das noch "gottgegeben". Heute ist man da technokratischer und nennt´s halt "arbeitslos" bzw. "fleissiger erfolgreicher Unternehmer". Gern auch "Weltwirtschaftsordnung". Oder eben, Achtung Moralfinger, "böse Zocker Bank". Aber leider haben diese dummen Immobilienpreise ja nicht mitgespielt.
Da predige mir nochmal einer die "soziale" Marktwirtschaft als der Weisheit letzter Schluss. Könnte mich ja zu der Überlegung bringen, ob das dann auch für Freiberufler wie mich gilt: Schulden machen, Schäfchen ins Trockene bringen, und dann mein Musikstudio verstaatlichen lassen.
Sozial ist, wie man´s interpretiert.
Als Nicht-Finanz-Experte, dafür aber mit gesundem Menschenverstand ausgestattet, fällt mir erstmal Murphy's Law ein: Was schief gehen kann, geht schief. Ich darf also auch in einem Musik-Blog darüber schreiben.
Worum gehts? Die Überrraschung/das Entsetzen darüber, was bei Banken und Aktien Märkten derzeit abgeht. Im Allgemeinen. Und dass ich selbiges nicht wirklich nachvollziehen kann, mir im Besonderen. Zeigt sich doch nur: Ein System, das auf Raffgier beruht, ist nunmal per se raffgierig. Und das Ding heisst noch immer: Kapitalismus. Auch wenn viele meinen, dort das beschönigende Etikett "freie", oder gar "soziale Marktwirtschaft" draufpappen zu müssen. Aber Kapitalismus ohne Raffgier gibt es genausowenig wie ein bischen schwanger. Meint: Wenn zum Gegenstand von Finanzspekulationen mutiert, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit für jeden Menschen darstellen sollte (z.B.: ein Dach überm Kopf, Agrar-Erzeugnisse, oder sauberes Klima) - da darf über gesamtgesellschaftliche Eigentumsverhältnisse nachgedacht werden. Und bis dahin gilt weiter: auch wenn die gegenwärtige Krise irgendwie überwunden werden sollte - die nächste kommt bestimmt.
Kurz nachgedacht: Geld hat, im Gegensatz zu einer Ware (z.B. Immobilie, iPod, 1 Pfund Butter), keinen Wert an sich. Man kann es nicht essen, nicht drin wohnen, nicht anziehen, und auch sonst taugt es zu nichts. Es ist nur ein digitalisierter Datensatz vom Konto, oder, wem die Oldschool Definition lieber ist, ein Fetzen Papier, mit einer beliebig aufgedruckten symbolischen Zahl. Je mehr Nullen, desto besser. Es ist allein ein Versprechen, dass es soundsoviel "wert" sei. Und es entscheidet, wer auf diesem Planeten im Überfluss leben darf.
So weit, so fragwürdig. Der Punkt ist, dass der Wert eines Produktes in diesem "Geld" bemessen wird. Damit wird das Produkt zur Ware, und die hat dann ihren "Preis". Im Kommunismus war der Preis staatlich verordnet. Hat nicht funktioniert. Im Kapitalismus soll dieser sich regeln über "Angebot" und "Nachfrage". Treffer, ebenfalls versenkt. Ein hungernder Bauch in den Slums von Manila, Rio, Bombay, New York oder dem Sudan hat keine "Nachfrage", sondern Magenknurren.
Stattdessen: Thema "Geld" und "Versprechen". Gestatten, die Finanzkrise. Und Versprechen beruhen nunmal auf? Richtig, Vertrauen. Aber wie hatte doch Adorno schon formuliert: Es gibt kein wahres Leben im Falschen.
Es lebe also die Bank meines Vertrauens.
Viel spannender als das allgemein geheuchelte (oder auch reale) Entsetzen finde ich die Tatsache, dass, nachdem die kommunistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle bereits in den 90er Jahren ihren Löffel abgaben, nun der Kapitalismus selbst verhandelt wird. Mit der Verstaatlichung von Banken wird einer der zentralen Grundpfeiler der freien Marktwirtschaft schnell mal über Nacht entsorgt. Daran zeigt sich die Tragweite dessen, was gerade passiert; Ende offen.
Das derzeitige betroffen-aufgeregte Suchen nach Gründen ("wie konnte das überhaupt passieren?") kommt mir jedenfalls oft genug ideologisch überprägt daher. So werden als Ursache dieser weltweiten Finanzkrise gern die gefallenen Preise für Immobilien in den USA bemüht. Immobilien, welche die Baufinanzierer eigentlich als Sicherheit für Kredit Vergaben wähnten, verloren an Wert und wurden somit tickende Zeitbomben in den Bilanzen, als Eigenheim Besitzer und Bauherren aufgrund gestiegener Zinsen plötzlich die Hypotheken Raten nicht mehr zurückzahlen konnten. Diese Zeitbomben wurden dann auch noch weiter verramscht. Undsoweiter.
Soso.
Die Arbeitslosenzahlen steigen im Winter. Weil das Wetter schlecht ist.
??
Genau. Wenn Argumente ausgehen (oder erst gar nicht argumentiert werden soll), dann ist das heutzutage oft daran zu erkennen, dass das Wetter herhalten muss. Auch immer gut: einen pseudo-faktischen Kausalzusammenhang konstruieren. Hokuspokus, schon sind wir aus dem Schneider. Denn dafür kann ja keiner was. Vulkan xy ist ausgebrochen. Die Immobilienpreise sind gefallen. Im Winter ist das Wetter schlecht. Die Stimmung an der Börse ist so. Oder so. Oder überhaupt. Ist halt so.
Dabei wäre es interessanter, über Begründungszusammenhänge (Soziologen-Sprech: Legitimationen) zu reden. Denn Immobilien-Preise fallen nicht einfach "so". Genausowenig, wie Arbeitslosigkeit mit dem Wetter erklärbar ist. Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme sind keine faktischen (Natur-)Konstanten, sondern von Menschen gemacht und gewollt. Und als solche auch eingesetzt. Sei es per "demokratischer" Wahl, per Knüppel, oder es wird gleich als "göttliche Ordnung" verkauft...... Jedenfalls immer auch eine Legitimation dafür, wie Reichtum verteilt wird. Irgendwie muss ja plausibel gemacht werden, warum einige wenige viel haben, und viele andere wenig. Was dem einen seine Elendshütte, war dem anderen schon immer seine Residenz. Eine Binsenweisheit, so alt wie die Geschichte der Menschheit. Im Mittelalter hiess das noch "gottgegeben". Heute ist man da technokratischer und nennt´s halt "arbeitslos" bzw. "fleissiger erfolgreicher Unternehmer". Gern auch "Weltwirtschaftsordnung". Oder eben, Achtung Moralfinger, "böse Zocker Bank". Aber leider haben diese dummen Immobilienpreise ja nicht mitgespielt.
Da predige mir nochmal einer die "soziale" Marktwirtschaft als der Weisheit letzter Schluss. Könnte mich ja zu der Überlegung bringen, ob das dann auch für Freiberufler wie mich gilt: Schulden machen, Schäfchen ins Trockene bringen, und dann mein Musikstudio verstaatlichen lassen.
Sozial ist, wie man´s interpretiert.
Montag, 1. September 2008
Rap und die neue Bescheidenheit
Dass Bescheidenheit nicht gerade zur Kernkompetenz echter tiefergelegter Bad Boys zählt, ist nicht sonderlich neu. Schliesslich sind die meisten Kollegen der Rap-Zunft vollauf damit beschäftigt, ihr "Meine-Bitches-Meine-Goldkettchen" Gepose in jede sich bietende Kamera zu halten.
Umsomehr überrascht es, wenns mal um was anderes geht. Zum Beispiel: Energiepreise. Selbige fürs Flugzeugbenzin sind nämlich Rapper P. Diddy, aka Sean Combs, aka Puff Daddy, aka Ex Verlobter von Jennifer Lopez, jetzt zu teuer. So teuer, dass der Privatjet des millionenschweren Ober-Rappers nun bis auf weiteres in der Garage bleiben muss.
Aha. Das zeigt Grips und geläutertes ökologisches Bewusstsein .... - möchte man denken. Aber nix da, Fehlanzeige. Gas Prices are motherf**ing high. Folgerichtig kann die Antwort also nur lauten: P. Diddy bittet seine arabischen "Brüder und Schwestern", ihm doch etwas Öl zu schenken.
Weitere Ideen hier willkommen, was dem Herrn Combs sonst noch so geschenkt werden könnte.
Umsomehr überrascht es, wenns mal um was anderes geht. Zum Beispiel: Energiepreise. Selbige fürs Flugzeugbenzin sind nämlich Rapper P. Diddy, aka Sean Combs, aka Puff Daddy, aka Ex Verlobter von Jennifer Lopez, jetzt zu teuer. So teuer, dass der Privatjet des millionenschweren Ober-Rappers nun bis auf weiteres in der Garage bleiben muss.
Aha. Das zeigt Grips und geläutertes ökologisches Bewusstsein .... - möchte man denken. Aber nix da, Fehlanzeige. Gas Prices are motherf**ing high. Folgerichtig kann die Antwort also nur lauten: P. Diddy bittet seine arabischen "Brüder und Schwestern", ihm doch etwas Öl zu schenken.
Weitere Ideen hier willkommen, was dem Herrn Combs sonst noch so geschenkt werden könnte.
Dienstag, 19. August 2008
Milli Vanilli in Peking
Frage: Was ist der Unterschied zwischen Milli Vanilli und der Eröffnungsfeier der olympischen Spiele 2008 in Peking? Der Schwindel in Peking flog schneller auf. Aber Spass beiseite: Interessant die Publicity, die Milli Vanilli, dank der Olympiade, nochmal erleben durften: Einmal kurz "Milli Vanilli Peking" in die Suchmaschine der Wahl eingegeben, hoppla, da rauscht es aber im www.... Publizistischer 2. Frühling, sozusagen.
Wie auch immer: Milli Vanilli, jenes Pop Duo aus den 80ern, das weniger wegen seiner Sangeskünste, sondern eher als "The Big Playback Swindle" seinen Platz in der Musik-Geschichte hat, waren wenigstens erwachsen. Die beiden kleinen Mädels dagegen können einem nur leid tun. Da gewinnt der Slogan "Dabei sein ist alles" einen unappetitlichen Beigeschmack.....
Dabei sind, wenn man es genau nimmt, die Oberen in Peking nur konsequent. Wo nichts so ist, wie sein sollte - nämlich die Sportler clean, Olympia unpolitisch, oder die Meinung frei - warum also bei der Eröffnungsfeier "authentisch" sein? Und dass mir dann noch Walter Benjamins "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" durch den Kopf ging, sei mir mal erlaubt. Zeigt sich doch Benjamins Essay aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts angesichts dieses Eröffnungs-Tamtams, getürkte TV-Bilder und Riefenstahl-eske Masseninszenierung inklusive, überraschend wenig angestaubt.
Nun, das moderne Pop Business stellt ja im Prinzip auch nichts anderes dar als eine Art "Super-Playback-Situation" (Musikstudio, CD, Download,Video etc....). Es darf also konstatiert werden: Geliefert wie bestellt. "Live" ist in den allgemeinen Geschäftsbedingungen der Gegenwart nicht zwingend vorgesehen. Pop goes Olympia, Olympia korrumpiert sich selbst, und China marschiert auch hier vorneweg. Playback on, the show must go on.
PS: Milli Vanilli mussten übrigens, nachdem die Schummelei aufgeflogen war, ihren Grammy zurückgeben.
Wie auch immer: Milli Vanilli, jenes Pop Duo aus den 80ern, das weniger wegen seiner Sangeskünste, sondern eher als "The Big Playback Swindle" seinen Platz in der Musik-Geschichte hat, waren wenigstens erwachsen. Die beiden kleinen Mädels dagegen können einem nur leid tun. Da gewinnt der Slogan "Dabei sein ist alles" einen unappetitlichen Beigeschmack.....
Dabei sind, wenn man es genau nimmt, die Oberen in Peking nur konsequent. Wo nichts so ist, wie sein sollte - nämlich die Sportler clean, Olympia unpolitisch, oder die Meinung frei - warum also bei der Eröffnungsfeier "authentisch" sein? Und dass mir dann noch Walter Benjamins "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" durch den Kopf ging, sei mir mal erlaubt. Zeigt sich doch Benjamins Essay aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts angesichts dieses Eröffnungs-Tamtams, getürkte TV-Bilder und Riefenstahl-eske Masseninszenierung inklusive, überraschend wenig angestaubt.
Nun, das moderne Pop Business stellt ja im Prinzip auch nichts anderes dar als eine Art "Super-Playback-Situation" (Musikstudio, CD, Download,Video etc....). Es darf also konstatiert werden: Geliefert wie bestellt. "Live" ist in den allgemeinen Geschäftsbedingungen der Gegenwart nicht zwingend vorgesehen. Pop goes Olympia, Olympia korrumpiert sich selbst, und China marschiert auch hier vorneweg. Playback on, the show must go on.
PS: Milli Vanilli mussten übrigens, nachdem die Schummelei aufgeflogen war, ihren Grammy zurückgeben.
Montag, 7. Juli 2008
Auto-Werbung - oder: die ewige Jugend.
Es sind ja, von einigen Ausnahmen abgesehen, immer wieder die Auto-Bauer, die mit fetter und kreativer Werbung auf den üblichen TV Kanälen glänzen. Stylisher Sound inbegriffen. Heute: Der Spot der Auto-Marke aus Wolfsburg. Sie wissen schon - die Frau im Leoparden-Kostüm, die Sie übersehen haben. Was aber v.a. an der Musik liegen dürfte:
" Into the Trees " - ein Soundtrack aus dem Album " The last Resort " des dänischen Musik-Produzenten Trentemoeller.
Nein, ich fahre keinen VW Passat, und ich werde auch nicht dafür bezahlt, dass ich dies hier schreibe. Ehre also, wem Ehre gebührt. Das ist Elektronik vom Feinsten. Und bringt mich darüberhinaus zu der Vermutung, dass die von VW anvisierte Passat-Zielgruppe, die ich bis dato in einem der Club-Gängerei nicht verdächtigen Alters-Segment vermutete, weitaus jünger und trendiger ist, als ich dachte. Da werd´ ich doch gleich mal meinen Passat fahrenden Nachbarn (Familien-Papa im gesetzteren Alter) fragen , was der so von Trentemoeller hält.
Kann mir übrigens jemand sagen, wie man dieses dänische "ö" richtig codiert?
" Into the Trees " - ein Soundtrack aus dem Album " The last Resort " des dänischen Musik-Produzenten Trentemoeller.
Nein, ich fahre keinen VW Passat, und ich werde auch nicht dafür bezahlt, dass ich dies hier schreibe. Ehre also, wem Ehre gebührt. Das ist Elektronik vom Feinsten. Und bringt mich darüberhinaus zu der Vermutung, dass die von VW anvisierte Passat-Zielgruppe, die ich bis dato in einem der Club-Gängerei nicht verdächtigen Alters-Segment vermutete, weitaus jünger und trendiger ist, als ich dachte. Da werd´ ich doch gleich mal meinen Passat fahrenden Nachbarn (Familien-Papa im gesetzteren Alter) fragen , was der so von Trentemoeller hält.
Kann mir übrigens jemand sagen, wie man dieses dänische "ö" richtig codiert?
Mittwoch, 18. Juni 2008
Ein Kommentar ist ein Kommentar ist ein...
...aber angesichts des omnipräsenten "Toooor, Toooor, Toooor ...." Oldschool Kommentars (ich sag nur: Cordoba), dessen Airplay anlässlich des Deutschland-Österreich EM-Kicks in diesen Tagen ja Charts-Hit verdächtige Dimensionen annimmt - da möcht´ einem schon der Gedanke kommen: Ab wann ist ein Sport Kommentar Gesang? Und somit als Kunstwerk urheberechtlich schützbar ?
Also, lieber legendärer österreichischer Fussball-Kommentator - das wär doch was. Broadcast Musik Tantiemen a capella. Mit Top 10 Garantie bei jedem Kick. Für jedes "Toooor, Toooor, Toooor ....", recorded live anno dazumal, klingelts dann heute und in Zukunft nochmal. Yeah, Yeah, Yeah. Und wenn schon nicht im deutschen Kasten - im Geldbeutel allemal.
Bittschön, küss´ die Hand (die da gibt). Da käm´ was zusammen.
Also, lieber legendärer österreichischer Fussball-Kommentator - das wär doch was. Broadcast Musik Tantiemen a capella. Mit Top 10 Garantie bei jedem Kick. Für jedes "Toooor, Toooor, Toooor ....", recorded live anno dazumal, klingelts dann heute und in Zukunft nochmal. Yeah, Yeah, Yeah. Und wenn schon nicht im deutschen Kasten - im Geldbeutel allemal.
Bittschön, küss´ die Hand (die da gibt). Da käm´ was zusammen.
Dienstag, 17. Juni 2008
Sound Logo? Quod erat demonstrandum.
Gemafrei sowieso. Aber das soll heute nicht das Thema sein. Sondern eine Posse, eigentlich schon seit geraumer Zeit in einschlägigen Kreisen bekannt. Da aber der Gegenstand dieser Posse, das tönende corpus delicti sozusagen, immer noch allabendlich zu besten TV-Werbezeiten hartnäckig präsent ist, wird´s höchste Zeit für eine angemessene Würdigung an dieser Stelle.
Worum gehts? Um, sagen wir mal, die Kreativität von hochbezahlten Sound Designern und noch höher bezahlten PR Strategen in Weltkonzernen. Und ein nettes Video.
Nun ist ja aus rechtlichen Gründen das Einbinden von Videos in Blogs etwas heikel. Und da auch für ausgehende Links Verantwortung übenommen werden muss, verweise ich lieber auf eine ganz neutrale Suchergebnis-Seite einer hinlänglich bekannten Suchmaschine, ausgespuckt zur Frage: "Soundlogo eines weltbekannten schwäbischen Auto-Bauers von einer handelsüblichen Sampling CD?"
Natürlich distanziere ich mich in aller Form von den weiterführenden Inhalten des folgenden Links, und erst recht habe ich keinen Einfluss auf die Inhalte dieser Suchergebnis-Seite. Wollen doch nicht den Eindruck erwecken, dass....... Gell, liebe Anwälte, jetzt müsst´ich aus dem Schneider sein.
Also, hier gehts lang: Soundlogo leicht gemacht.
Im übrigen: Zwar darf davon ausgegangen werden, dass für ein derart freistehendes Sample einige extra Scheinchen über den Tisch gewandert sind, denn i.d.R. versteht sich bei Sample CDs die Rechtefreigabe an derartigen Soundschnipseln nur als "eingebettet innerhalb eines Musikstücks". Aber es bleibt ja die Frage: was bringt einen internationalen Gross-Konzern dazu, sich als Audio Logo bzw. Corporate Sound ein Sample auszugucken, das nicht-exklusiv ist, und das für Hinz und Kunz gleichermassen zugänglich ist. Gerissenes Marketing, um im Gespräch zu bleiben?
Viel zu kompliziert gedacht. Das Gelächter ist unüberhörbar. Wohl eher dumm gelaufen. Und nun? Augen zu und durch, allem Anschein nach.
Vorschläge, wie man eine derartige "Honorar" Rechnung als Sounddesigner, Arrangeur oder Komponist zu formulieren hat, hier übrigens gern gesehen. Rein fiktiv, versteht sich.
Worum gehts? Um, sagen wir mal, die Kreativität von hochbezahlten Sound Designern und noch höher bezahlten PR Strategen in Weltkonzernen. Und ein nettes Video.
Nun ist ja aus rechtlichen Gründen das Einbinden von Videos in Blogs etwas heikel. Und da auch für ausgehende Links Verantwortung übenommen werden muss, verweise ich lieber auf eine ganz neutrale Suchergebnis-Seite einer hinlänglich bekannten Suchmaschine, ausgespuckt zur Frage: "Soundlogo eines weltbekannten schwäbischen Auto-Bauers von einer handelsüblichen Sampling CD?"
Natürlich distanziere ich mich in aller Form von den weiterführenden Inhalten des folgenden Links, und erst recht habe ich keinen Einfluss auf die Inhalte dieser Suchergebnis-Seite. Wollen doch nicht den Eindruck erwecken, dass....... Gell, liebe Anwälte, jetzt müsst´ich aus dem Schneider sein.
Also, hier gehts lang: Soundlogo leicht gemacht.
Im übrigen: Zwar darf davon ausgegangen werden, dass für ein derart freistehendes Sample einige extra Scheinchen über den Tisch gewandert sind, denn i.d.R. versteht sich bei Sample CDs die Rechtefreigabe an derartigen Soundschnipseln nur als "eingebettet innerhalb eines Musikstücks". Aber es bleibt ja die Frage: was bringt einen internationalen Gross-Konzern dazu, sich als Audio Logo bzw. Corporate Sound ein Sample auszugucken, das nicht-exklusiv ist, und das für Hinz und Kunz gleichermassen zugänglich ist. Gerissenes Marketing, um im Gespräch zu bleiben?
Viel zu kompliziert gedacht. Das Gelächter ist unüberhörbar. Wohl eher dumm gelaufen. Und nun? Augen zu und durch, allem Anschein nach.
Vorschläge, wie man eine derartige "Honorar" Rechnung als Sounddesigner, Arrangeur oder Komponist zu formulieren hat, hier übrigens gern gesehen. Rein fiktiv, versteht sich.
Mittwoch, 11. Juni 2008
Kurz gemafrei gestöbert....
Gemafreie Musik für die Unternehmens-Werbung oder Firmenpräsentation? Also schnell mal die Suchmaschine angeworfen, und schon zeigt sich, wie zahlreich die Angebote im Netz hierfür inzwischen sind, die sich explizit an "gewerbliche Musikverwender" richten.
Erste, zugegeben flüchtige Bestandsaufnahme: Angebot und Spielregeln sind recht unterschiedlich. Dass gelegentlich ein- und derselbe Titel/Produzent gleichzeitig bei mehreren Anbietern vertreten ist, liegt in der Natur der Sache. Ist auch nachvollziehbar, da es hier ausschliesslich um den Bereich "nicht-exklusive Rechte-Vergabe per Pauschal-Lizenzierung" geht. Etwa vergleichbar mit Fotografen, die pauschal lizenzierbare Fotos i.d.R. ja auch über mehrere Agenturen gleichzeitig anbieten.
Bei den Preisen muss differenziert werden. Der Preis bezieht sich schliesslich nicht auf Songs, sonder auf die daran eingeräumten Rechte. Anbieter, die auf den ersten Blick teuer scheinen, können daher unter dem Strich weit günstiger sein, nämlich dann, wenn umfassendere Verwendungsmöglichkeiten für die Musik eingeräumt werden. Oft ist nämlich der Preis an Einschränkungen gekoppelt, z.B. kein Fernseh-Werbespot, Auflagen-Limits bei CD Pressungen, etc. Wenn eine Freigabe letztlich nur als Hintergundmusik für eine Website gilt, dann relativiert sich ein "günstiges" Preis-Angebot schnell. Man sollte also als Anwender eine klare Vorstellung haben, wofür die Musik genau gebraucht wird. Interessant auch Flatrates, die gelegentlich zu finden sind und ein attraktives "Preis-pro-Titel" Verhältnis bieten können.
Neben empfehlenswerten grösseren Plattformen mit stilistisch breit gefächerter Palette lohnt auch ein Blick auf kleinere und spezialisierte Adressen - nämlich dann, wenn es gezielt eine bestimmte Musikrichtung sein soll. Erspart dies doch die langwierige Suche unter -zig Titeln, was selbst mit Suchfunktion zur zeitraubenden Angelegenheit werden kann. Im Prinzip reicht ja schon eine Handvoll Titel als Auswahl - wenn der Sound und die Richtung grundsätzlich stimmt.
Natürlich, viel Licht macht auch viel Schatten. Geschenkt. Aber Schrott gibts auch gemapflichtig. Jedenfalls darf heute davon ausgegangen werden, dass die Zeiten, wo Musik nur dann als professionell galt, wenn die GEMA ihren Daumen drauf hatte, vorbei sind. Der Generalverdacht "Gemafreie Musik = 08/15 Gemucke" - das war mal. Ganz offenbar gibt es eine steigende Nachfrage nach Sound, der (ge)werblich nutzbar ist, dabei aber auch kreativ und GEMA-frei ist. Entsprechend attraktiv zeigt sich das Angebot. Musik per Download machts möglich. Wobei die GEMA für diese Entwicklung kräftig mitverantwortlich sein dürfte mit all ihren unappetitlichen Regelungen. Horrende Preise inklusive, da sie ihren quasi-offiziösen und überdimensionierten Verwaltungsapparat ja gleich mitfüttern muss.
Erste, zugegeben flüchtige Bestandsaufnahme: Angebot und Spielregeln sind recht unterschiedlich. Dass gelegentlich ein- und derselbe Titel/Produzent gleichzeitig bei mehreren Anbietern vertreten ist, liegt in der Natur der Sache. Ist auch nachvollziehbar, da es hier ausschliesslich um den Bereich "nicht-exklusive Rechte-Vergabe per Pauschal-Lizenzierung" geht. Etwa vergleichbar mit Fotografen, die pauschal lizenzierbare Fotos i.d.R. ja auch über mehrere Agenturen gleichzeitig anbieten.
Bei den Preisen muss differenziert werden. Der Preis bezieht sich schliesslich nicht auf Songs, sonder auf die daran eingeräumten Rechte. Anbieter, die auf den ersten Blick teuer scheinen, können daher unter dem Strich weit günstiger sein, nämlich dann, wenn umfassendere Verwendungsmöglichkeiten für die Musik eingeräumt werden. Oft ist nämlich der Preis an Einschränkungen gekoppelt, z.B. kein Fernseh-Werbespot, Auflagen-Limits bei CD Pressungen, etc. Wenn eine Freigabe letztlich nur als Hintergundmusik für eine Website gilt, dann relativiert sich ein "günstiges" Preis-Angebot schnell. Man sollte also als Anwender eine klare Vorstellung haben, wofür die Musik genau gebraucht wird. Interessant auch Flatrates, die gelegentlich zu finden sind und ein attraktives "Preis-pro-Titel" Verhältnis bieten können.
Neben empfehlenswerten grösseren Plattformen mit stilistisch breit gefächerter Palette lohnt auch ein Blick auf kleinere und spezialisierte Adressen - nämlich dann, wenn es gezielt eine bestimmte Musikrichtung sein soll. Erspart dies doch die langwierige Suche unter -zig Titeln, was selbst mit Suchfunktion zur zeitraubenden Angelegenheit werden kann. Im Prinzip reicht ja schon eine Handvoll Titel als Auswahl - wenn der Sound und die Richtung grundsätzlich stimmt.
Natürlich, viel Licht macht auch viel Schatten. Geschenkt. Aber Schrott gibts auch gemapflichtig. Jedenfalls darf heute davon ausgegangen werden, dass die Zeiten, wo Musik nur dann als professionell galt, wenn die GEMA ihren Daumen drauf hatte, vorbei sind. Der Generalverdacht "Gemafreie Musik = 08/15 Gemucke" - das war mal. Ganz offenbar gibt es eine steigende Nachfrage nach Sound, der (ge)werblich nutzbar ist, dabei aber auch kreativ und GEMA-frei ist. Entsprechend attraktiv zeigt sich das Angebot. Musik per Download machts möglich. Wobei die GEMA für diese Entwicklung kräftig mitverantwortlich sein dürfte mit all ihren unappetitlichen Regelungen. Horrende Preise inklusive, da sie ihren quasi-offiziösen und überdimensionierten Verwaltungsapparat ja gleich mitfüttern muss.
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